Andere Religionen, andere Feste
Weihnachten ist ein Fest der Christen, an dem sie die Geburt Jesu feiern. In anderen Religionen spielt dieses Fest folglich keine Rolle. Muslime, Juden, Buddhisten und Hindus feiern zwar nicht Weihnachten – aber durchaus ähnliche Feste.
Das bedeutendste Fest der Hindus ist Diwali. Seit mehr als zwei Jahrtausenden feiern sie in einer Neumondnacht im Spätherbst das Lichterfest Diwali. In dieser Nacht werden Feuerwerkskörper gezündet, Öllichter aufgestellt und Straßen mit Lichterketten geschmückt.
Das Diwali-Fest hat unterschiedliche Wurzeln und Bedeutungen. In Nordindien feiern die Menschen mit Diwali die Rückkehr des göttlichen Ram. Im Süden des Subkontinents gedenkt man dagegen Gott Krishna und dessen Sieg über die Dämonen.
Angetrieben durch den indischen Wirtschaftsboom hat die Kommerzialisierung des Lichterfestes heute ähnliche Ausmaße erreicht wie der Weihnachtskommerz bei uns.
Juden feiert mit Chanukka ein Fest, das unserem Weihnachten ähnelt. Es ist vor allem ein Fest der Familie. An den Chanukka-Abenden versammeln sich die Familien mit Freunden zu ausgelassenen Festen. Die Kinder bekommen Geschenke und Süßigkeiten.
Das achttägige Chanukka-Fest geht auf die Rückeroberung Jerusalems durch die Makkabäer und die Reinigung ihres entweihten Tempels vor über 2000 Jahren zurück. Chanukka beginnt jeweils am 25. Tag des Monats Kislew (November oder Dezember). Jeden Abend wird nach Einbruch der Dunkelheit ein Licht des achtarmigen Chanukka-Leuchters entzündet. In diesem Jahr beginnt Chanukka am Abend des 20.Dezember.
Im Islam gilt das Opferfest als der höchste religiöse Feiertag der Muslime. Es wird zum Höhepunkt der jährlichen „Haddsch“, der islamischen Pilgerfahrt nach Mekka, gefeiert.
Der Termin des Opferfestes wird durch den islamischen Mondkalender bestimmt. In diesem Jahr feierten die Muslime vom 6. bis 10. November.
Das Opferfest geht auf eine Geschichte aus dem Alten Testament zurück. Dabei wird des Propheten Ibrahim gedacht, der seinen Sohn Ismael zu Ehren Allahs opfern wollte.
Für gläubige Muslime ist es Pflicht, zur Feier des Festes ein Tier zu opfern - so sie es sich finanziell leisten können. Nach dem Gang in die Moschee werden Verwandte und Freunde besucht, um gemeinsam in großer Runde zu essen. Zur Tradition des Opferfestes gehört es, Familienmitglieder, aber auch Bedürftige zu beschenken.
Der bekannteste buddhistische Feiertag ist Vesakh. Buddhisten in aller Welt feiern an diesem Tag – nach dem Mondkalender am Vollmondtag des vierten Monats – Buddhas‘ Geburt, Erleuchtung und Tod. Nach unserer Datierung fällt das Vesakh-Fest auf den ersten Vollmondtag im Mai.
Zentral für das Fest ist der Gedanke des Schenkens. So werden vor allem Bedürftige und Pilger beköstigt. Zumeist wird Vesakh als Lichter- oder Fahnenfest begangen. Häufig finden Prozessionen durch festlich geschmückte Straßen statt.